OLGA – 20000 Seemeilen at Home / BILD ALARM #2

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21.09. ab 20.00 Uhr || ERÖFFNUNG/FINISSAGE
EHAUS ][BILD ALARM #2 | jasperson

OLGA kindly invites you to celebrate ::: »20000 Seemeilen at Home« :::

Analyse, Rausch und Autonomie ohne Werkbegriff(?) eine Veranstaltunsreihe über zeitgenössische Positionen in der Kunst mit Mitteln der Malerei: Malen durch Zahlen?
BILD ALARM beschreibt einen Zyklus von 10 Ausstellungen 2007. Die im Verlauf folgenden Künstler werden jeweils durch den Ausstellungsvorgänger benannt. Die teilnehmenden KünstlerInnen stellen jeweils ein Bild aus ihrer Produktion in den räumlichen Kontext des Ausstellungsortes vor bzw. beziehen die räumlichen und baulichen Begrenzungen des Raumes installativ auf den eigenen Kontext. Zusätzlich zur Ausstellungssituation wird ein Rahmenprogramm inszeniert, eine persönliche Auswahl an Musik, Film und Literatur. In welcher Form diese präsentiert oder aufgeführt werden, bleibt durch die jeweiligen Künstler bestimmt.

Die Mixed Media Collagen der Künstlergruppe OLGA (gegründet von Katharina Fengler, Linn Schröder und Stefan Panhans) entstehen aus einer Verkettung komplexer Impulse. Jede Arbeit wird, meistens nacheinander, manchmal gemeinsam, von allen drei Mitgliedern bearbeitet und kommentiert bis sie letztlich von Allen für fertig erklärt wird.

»Die dreifache Autorenschaft kommentiert sich gegenseitig und ermöglicht die Überwindung der jeweils individuellen Vorstellung. Darin liegt das Potential, über die eigene künstlerische Vision hinaus kommunitaristische Darstellungsebenen zu öffnen […] Die gewaltvolle Verbindung divergenter Medienschnipsel verbildlicht eine permanent empfundene assoziative Verwirrung, eine visuelle Überreizung, die ungleiche Realitäten miteinander verschmelzen lässt. Ein künstlerisches Verfahren, das an das surrealistische Spiel des cadavre exquis angelehnt ist: Das Weiterreichen impliziert die Auseinandersetzung nur mit dem erhaltenen und vorläufigen Kunstwerk. Die bis dahin in die Arbeit eingeflossenen Gedanken und Intentionen bleiben – soweit sie das Zwischenprodukt nicht ausdrückt – offen und interpretierbar, sie fordern eine unbewusste, rein assoziative Weiterentwicklung. Sätze und Zeichnungen werden so durch mehrere Personen intuitiv konstruiert, Wort und Bild energisch und schnell fortgeschrieben ohne die Ausgangssituation im Auge zu behalten“ (Carolin Ellwanger)

Für den Ausstellungsabend der Reihe Bildalarm wird OLGA neue Arbeiten vor Ort entwickeln. Während der Produktionszeit liest OLGA „The Left Hand Of Darkness“ von Ursula K. LeGuin. Ein Vorhaben, welches über den Umweg entstand, dass die Gruppe vor kurzem die Worte „Farthest Shore“ auf einer ihrer neuesten Collagen entdeckte – wie sich dann herausstellte der Titel eines Romans von LeGuin. Die Autorin wurde in den 70er Jahren durch ihre Fantasy und Science-Fiction Romane, die soziologische, psychologische, anarchistische und feministische Fragen verbinden, und darunter ganz besonders mit „The Left Hand of Darkness“, bekannt.

„The Left Hand of Darkness“ beschreibt »eine Zivilisation in ferner Zukunft auf einem Planeten namens Winter; eine humanoide Rasse, die Karhiden, die einerseits, im Vergleich zum Rest der „Ökumene der bekannten Welten“ des Universums nahezu archaisch monarchistisch sind, andererseits z.B. durch ihre besondere Geschlechtlichkeit in einer merkwürdigen Welt zwischenmenschlicher Beziehungen leben. Sie treten in monatlichen Abständen in eine sexuell erregbare Phase, die „Kemmer“, doch wissen sie vorher nie, ob sie sich in die Rolle eines männlichen oder eines weiblichen Geschlechtspartners entwickeln werden. „Dass unter diesen Umständen eine Familie in unserem Sinne völlig undenkbar ist und sich ganz andere psychologische und soziale Bindungen ergeben, die auf alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens ausstrahlen, ist natürlich einzusehen.“