KRISTALLISATIONEN

KRISTALLISATIONEN_elektrohaus-hamburg

Mit Arbeiten von:
Michael Bauer, Rosanna Graf, kora und Firas Shehadeh

Die Ausstellung „KRISTALLISATIONEN“ führt unterschiedliche Positionen zusammen, die sich mit der Konstruktion von Subjektivität beschäftigen und Machtverhältnissen anhand technologischer Entwicklungen aufzeigen und auf ihr politisches Potenzial untersuchen.
Technologie ist zum mächtigsten Instrument der Kontrolle geworden, aber auch der Befreiung jener Körper, die sie in ihren Zwecken gebrauchen zu wissen. Besonders wenn es um die Konstruktion von Subjektivität geht, ist es eines der wichtigsten politischen Werkzeuge geworden, um die Kommunikation unter den Umständen der neoliberalen Globalisierung zu definieren und zu normieren.
Die globale Verknüpfung der Subjekte durch das Internet mit Hilfe der Computer- und Videotechnologie, hat jedoch nicht zur versprochen geglaubten Auflösung von Grenzen und dem Konstrukt der sogenannten ersten- bis vierten Welt geführt, sondern ist im Gegenteil für die Organisation kapitalistischer Interessen vereinnahmt worden.
Dies bedeutet aber nicht, dass Technik per se zu verteufeln ist, vielmehr zeigt es dass die dominierenden Akteure des Kapitalismus die Ontologie dieser Technologien schneller verstanden habe, um ihre Bildregime, die immer schon auf Repräsentation ihrer Interessen abzielen, zu etablieren.
Die Effekte und Affekte dieser dadurch produzierten Bilderwelten zirkulieren durch unsere Körper, entwerfen den “freien Bürger” der postkolonial Staaten als einzigartiges Individuum, während die Unterdrückten dieser Welt dazu verdammt sind in Anonymität zu leben und zu sterben.
Daher gilt es den Körper und Technologie zum Kampfgebiet zu erklären, um sie in den Dienst der allumfassenden Befreiung aller Körper zu stellen

The exhibition „KRISTALLISATIONEN“ intends to bring together different positions that deal with the construction of subjectivity and power relations that are shown by way of recent technological developments.

Technology has become the major instrument of control over our bodies, but at the same time liberating for those who know how to use them to their benefit. Especially when it comes to the construction of subjectivity, it has become the most important political instrument, by defining and standardizing communication conducted by neoliberal globalization.
However, the global connection of users, or subjects, through the internet by the help of computer and video technology didn’t lead to the believed promise of the liquidation of borders and the construct of the so called first to the fourth world, but rather became co-opted by the organizers of capitalist interests. This doesn’t mean that the technology has to be demonized, rather it shows that the dominant actors of capitalism understood the ontology of these technologies much faster, to establish their image regimes, that all along aimed to represent their interests.
The effects and affects of these produced images circulate through our bodies and designs the „free citizen“ of the postcolonial states as a unique individual, while the oppressed of this world are condemned to live and die in anonymity.
Therefore there is a necessity to define the body and technology as a war zone, to liberate all bodies.

Text u. Kuration: Michael Bauer