Hamburg, den 17.06.2016

Hamburg, den 17.06.2016

Hamburg, den 17.6.16
 Ausstellung von:
 Christopher Loy & John Bold

Christopher Loy – Ausstellung, Projektionen

 Christopher Loy studiert bildende Kunst an der HfbK Hamburg. Eine seiner Hauptfragestellungen ist die visuelle Repräsentation von Musik. Dabei untersucht er verschiedene musikalische Ebenen, aus seinem Erfahrungshorizont als Cellist und im Opernwesen. Bei

der Umsetzung fokussiert er sich auf Zeichnung und Drucktechniken, sowie Performance.


John Bold – Live-Elektronik, Sound-Installation, E-Gitarre

John Bold studierte Konzertgitarre an der HfMTM Hannover. Er befasst sich vorrangig mit Alter und Neuer Musik und der Schnittstelle von experimenteller elektronischer Musik zu avantgardistischem Pop. Seiner kompositorischen Praxis liegen aktuelle Gedanken zur zeitgenössischen Kunst und Philosophie zugrunde.
https://soundcloud.com/albionarose

 Am Anfang der Zusammenarbeit stand die Möglichkeit.

Die Bühne ist ein Raum der Möglichkeiten. Sie bietet den Rahmen für Erwartungen, Fantasie, Prominenz, Können, Geschehen und Erlebnis. Die Bühne als audiovisueller Aufführungsort repräsentiert somit die Begegnung der beiden verwendeten Medien.

Was kann im Raum der visuellen und auditiven Koordinaten geschehen? Was kann im Raum zweier Künstler, zweier Denk- und Arbeitsweisen geschehen? Eine Koexistenz, eine Ergänzung, eine Annäherung, eine Begegnung, eine Vermengung, ein Diskurs, eine Erkenntnis, eine Verwirklichung, eine Kreation, ein Erlebnis, ein Ereignis? Die theoretische Betrachtung der Bühne wirft unmittelbar Fragen nach dem Verhältnis von Raum, Körper und Geschehen auf: Ist das Geschehen durch Raum und Körper bestimmt oder kann das Geschehen Raum und Körper substantiell verändern? Fragen nach dem Neuen und der Kunst, genauso wie dieser spezifischen Zusammenarbeit.

Die Bühne als Raum der (Re-)Präsentation kann als Abbild des Raumes an sich verstanden werden. Was ist, wenn die Bühne als solche künstlerisch abgebildet, (re-)präsentiert wird? Inwieweit (re-)präsentiert noch immer die Bühne, oder wird sie (re-)präsentiert?

In dieser Ausstellung und Sound-Installation werden Abbilder von Bühne, Körpern, Bewegungen, Aufführungspraxen und Techniken – auf unterschiedliche Weise und zu variablem Grad reduziert und (re-)präsentiert – gezeigt. Zeichnung, Siebdruck, Digitaldruck und digitale Verarbeitung; Raumklänge, die zu Musik werden, und Musik, die zu Raumklängen wird.

Es geht nicht um Entsprechungen von akustischer und visueller Ästhetik. Vielmehr soll die Gestaltung eines Raumes durch die Abbildungen von Räumen einen neuen Raum erschaffen, dessen Eckpunkte sich mit den Begriffen von Projektion, (Re-)Präsentation, Raum, Körper und Ereignis andeuten lassen.

Es ist etwas entstanden, das auf zahlreichen Ebenen um sich selbst zirkuliert und ebenso generell ist. Ein Konstrukt, das ebenso definiert wie offen erscheint. Was genau es ist und was passiert bleibt bis zum Ende offen. Fest steht: Es ist und passiert auf der Bühne bzw. im Raum „Hamburg, den 17.6.16“.