Das Projekt “Walk Through”
Der Versuch, ein künstlerisches Projekt auf eine Straße zu legen, ist begründet in der Vielfalt, der Divergenz, der Kontraste, den Nachbarschaften von Banalem und Tragischem, Bizarrem und Glanzlosem, dem Leben und Sterben einer Stadt auf engstem Raum.
Gleichzeitig spiegelt der Steindamm die innere und äußere Zerrissenheit des Stadtteils St. Georg wieder, der viele Gesichter hat, aber keine einheitliche Kontur aufweisen kann.
Ziel des Projektes ist es, Reize und Reflektionen aus dem Umfeld zu empfangen und zu bearbeiten, so dass aus dem alltäglichen Raum eines Straßenzuges ein Ort künstlerischer Direktion und Produktion entsteht.
Walk Through ist initiiert und kuratiert von Berndt Jasper, Axel Dürkop und Móka Farkas.
Zur Entstehung des Steindamms
Der Steindamm war 1539 die erste gepflasterte Straße, die außerhalb der Hamburger Stadtmauern angelegt wurde. Er verband das Steintor der Hamburger Wallanlagen mit dem Lübecker Tor in der Befestigung der Vorstadt St. Georg.
Als Teil der Verbindung der Städte Hamburg und Lübeck (später Bundesstraße 75) war es die meistbefahrene Straße der Stadt.
Mietshäuser und Straßenbahn
Nach der sogenannten Gründerzeit um 1880 bis 1890 wurde St. Georg durchweg mit vierstöckigen Mietshäusern besiedelt. Der Steindamm entwickelte sich zu einer Hauptgeschäftsstraße, die auch über den Stadtteil hinaus Bedeutung hatte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er von sieben Straßenbahnlinien durchfahren.
Büros und U-Bahn
Nach den Zerstörungen von 1943 wurden im östlichen Teil vornehmlich Bürohäuser gebaut. Verkehrlich ist dieser Teil des Steindammes durch die Haltestelle Lohmühlenstr. der Hochbahnlinie U 1 angeschlossen. Außerdem wurde dieser Teil der Straße ab Kreuzweg zu einer vierspurigen Durchgangsstraße ausgebaut.
Verkehrsberuhigung und Aufwertung
Der Abschnitt zwischen Steintorplatz und Stralsunder Str. ist auch heute noch bis auf einige Baulücken von vierstöckigen Häusern gesäumt. Dieser Teil ist seit der Einstellung der Straßenbahn 1960 verkehrsberuhigt worden. Noch 1960 hatte dieser Teil des Steindammes durchaus “bürgerliches” Gepräge, die Ausweitung des Vergnügungsbetriebes im Stadtteil Sankt Georg fand zunächst diskret statt. Seit Mitte der 1970er Jahre gibt es Bürgerinitiativen, den Wohnort St. Georg und damit auch den Steindamm wieder aufzuwerten und dies gegen eine einseitige Nutzung als Vergnügungsmeile zu behaupten.
Kulturelle Vielfalt
Der Bereich am Steindamm ist heute einerseits stark türkisch-moslemisch geprägt. Zahlreiche türkische und orientalische Restaurants, Geschäfte und Moscheen liegen am und um den Steindamm. Andererseits ist der Bereich zwischen Hauptbahnhof und Stralsunder Straße auch durch Sexshops und Prostitution gekennzeichnet. Diese sollen aber nach und nach verdrängt werden. Überregionale Bekanntheit erlangte der Steindamm durch das Hansa-Theater.
Der Steindamm ist zwischen Steintorplatz und Lohmühlenstr / Berliner Tor (Hamburg) ziemlich genau 800 m lang.
Quelle: Wikipedia


